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Poliomyelitis

Informationen zur Erkrankung

Vor Einführung der oralen Impfung war die weltweite Verbreitung von Polioviren so ausgeprägt, dass der Kontakt mit dem Erreger meist schon im Kindesalter erfolgte ("Kinderlähmung"). Seit Einführung der so genannten Schluckimpfung konnten in Mitteleuropa Erkrankungen durch Polioviren fast vollständig verhindert werden. Die letzte in Deutschland erworbene Erkrankung an Poliomyelitis durch ein Wildvirus wurde 1990 erfasst. Die letzten beiden importierten Fälle (aus Ägypten und Indien) wurden 1992 registriert. Endemische Erkrankungen durch Polio-Wildviren betreffen gegenwärtig nur noch wenige Länder in Afrika (z.B. Nigeria) sowie in Asien (z.B. Indien, Pakistan und Afghanistan). Jedoch kommt es vor allem in Afrika jährlich zu einer Vielzahl importierter Erkrankungen und Ausbrüche in nichtendemische Gebiete mit unzureichenden Impfquoten.

Das Poliovirus wird hauptsächlich fäkal-oral übertragen. Schon kurz nach Infektionsbeginn kommt es zu massiver Virusreproduktion in den Darmepithelien. Wegen der primären Virusvermehrung in den Rachenepithelien kann das Virus kurz nach der Infektion auch durch die Luft/Tröpfchen übertragen werden. Schlechte hygienische Verhältnisse begünstigen die Ausbreitung von Poliovirus-Infektionen. Da eine spezifische Therapie mit antiviralen Substanzen nicht verfügbar ist, erfolgt die Behandlung symptomatisch. Im Anschluss an die akute Behandlung sind meist längere physiotherapeutische und orthopädische Nachbehandlungen erforderlich.

Prophylaxe

In Europa erhalten im Allgemeinen alle Kinder die Polio-Impfung verabreicht. Diese Impfung schützt jedoch nicht ein Leben lang. Für Reisende in Regionen mit Infektionsrisiko wird daher eine Auffrischimpfung empfohlen. Bitte beachten Sie die jeweils aktuelle epidemische Situation, insbesondere die Meldungen der WHO.

Übersicht Reise-Impfungen

Eine Übersicht über mögliche Impfungen vor Reisen mit Angabe zu Verabreichung und Preis finden Sie hier.

 
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