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Untersuchungsmaterial

Die mikrobiologische Diagnostik kann aus unterschiedlichsten Materialien erfolgen. Was Sie bei der Gewinnung und Lagerung des jeweiligen Probenmaterials beachten müssen, können Sie der nachfolgenden Aufstellung entnehmen.

Bei Probenentnahme mit einem angefeuchteten Abstrich-Tupfer (steriles NaCl) Material von Conjunctiva oder Cornea gewinnen und dieses anschließend in das halbfeste Transportmedium einbringen.
Bitte keine Lokalanästhetika anwenden!
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.


Bei jeder Untersuchung sollte mindestens 1 Blutkultur-Set (2 BACTEC-plus®-Flaschen: aerob=blau; anaerob=gelb; Vacutainer-kompatibel) angelegt werden.
Nach gründlicher Hautdesinfektion Blut entnehmen und jede Flasche mit 8-10 ml beimpfen. Für geringes Blutvolumen (ca. 3 ml) steht spezielles Medium (BACTEC-PEDS plus® für Pädiatrie; nur aerob=rosa) zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Untersuchung von Blutkulturen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern, jedoch keinesfalls länger als 40 Stunden!

Bronchialsekret ist aspirierte Flüssigkeit, die über einen Arbeitskanal des Bronchoskops gewonnen wird. Falls vor der Aspiration instillierte isotone Flüssigkeit (z.B. Kochsalzlösung) zur Anwendung kommt, darf diese keine antibakteriellen Zusätze enthalten!
Bei beatmeten Patienten sollte möglichst unmittelbar nach Wechsel des Trachealtubus mit Hilfe eines sterilen Katheters Sekret aus tiefen Abschnitten
des Bronchialbaumes aspiriert und in ein Sputumgefäß gegeben werden. Unter Sicht gewonnenes eitriges Material aus dem Infektionsherd besitzt eine hohe diagnostische Sensitivität und Spezifität.
Bronchoskopisch gewonnenes Material und Trachealaspirate sind zur bakteriologischen Untersuchung besonders geeignet, da sie primär kaum Kontamination durch Mund- und Rachenflora aufweisen.
Für die Untersuchung auf Mykobakterien empfiehlt es sich, Proben an drei aufeinander folgenden Tagen einzusenden.
Achtung: Nur dicht schließende, sterile Transportgefäße mit Schraubverschluss versenden!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Pneumonien/Atemwegs-Infektionen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten kühl bei 4 ºC lagern.

Zur Vermeidung von Kontaminationen sollten im Mund-Nasen-Rachenraum und der Trachea befindliche Sekretansammlungen vor Einführen des Bronchoskops abgesaugt und vor der Probengewinnung kein Sog angewandt werden. Anästhesierende Gele können antimikrobiell wirken!
Bei der BAL ist die Spitze des Bronchoskops in das Bronchuslumen einzuführen und mit der Spitze abzudichten. Nach Instillation von isotoner Flüssigkeit in das Lumen diese soweit wie möglich wieder aspirieren. Das erste Aspirat sollte verworfen werden. Ausnahme: Suche nach obligat pathogenen Erregern bei immunsupprimierten Patienten. Die folgenden Aspirate entstammen eher der Lungenperipherie und sind in ein steriles Transportgefäß zu überführen.
Achtung: Nur dicht schließende, sterile Transportgefäße mit Schraubverschluss versenden!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Pneumonien/Atemwegs-Infektionen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten kühl bei 4 ºC lagern.

Nach Einstellung des Spekulums bitte die Portiooberfläche von Schleim und Ausfluss reinigen. Tupfer in den Cervixkanal einführen und 5 Sekunden über die gesamte Oberfläche drehen. Ziel ist hier die Gewinnung von Zylinderepithelzellen.
Zum Nachweis von Chlamydien und Mycoplasmen / Ureaplasmen sind jeweils spezielle Transportmedien erforderlich!
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.
Achtung: Zum Nachweis von Trichomonaden muss die Untersuchung am Tag der Probengewinnung erfolgen: Keine Lagerung!

Diese Untersuchungsmaterialien dienen dem molekularbiologischen Nachweis von aggressiven parodontopathogenen Markerkeimen bei behandlungsbedürftiger Gingivitis oder Parodontitis.
Die Proben werden nach Trockenlegung des Entnahmeortes und Entfernung der supragingivalen Beläge mittels Abstrichen an Papierspitzen (Endodontiespitzen) aus den tiefsten Taschen jedes Quadranten entnommen. Bei Einzelauswertungen sind die Spitzen jeweils in ein Transporthütchen zu überführen, d.h. je Spitze eine Untersuchung. Zum Poolen sind alle Spitzen in ein Transporthütchen zu überführen, d.h. eine Untersuchung für alle Spitzen!
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor.

Exprimiertes Sekret am besten morgens mit einem Tupfer entnehmen und diesen anschließend in das halbfeste Transportmedium einbringen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.

Diese Methode erlaubt eine kontaminationsarme Probengewinnung und somit oft eindeutige diagnostische Aussagen, insbesondere bei Beatmungspneumonien.
Achtung: Nur dicht schließende, sterile Transportgefäße mit Schraubverschluss versenden!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Pneumonien/Atemwegs-Infektionen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten kühl bei 4 ºC lagern.

Probe unter streng aseptischen Bedingungen gewinnen und in ein steriles Röhrchen überführen. Gut verschließen!
Probenlagerung: Probe im sterilen Röhrchen möglichst schnell ins Labor senden, eventuell mit Boten! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern!

Parallel dazu sollte ein Teil der Probe in Blutkultur-Flaschen eingeimpft werden!
Weitere Informationen finden Sie unter "Blut" sowie in unserem Untersuchungsprogramm unter Untersuchung von Blutkulturen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor, eventuell mit Boten!
Liquor in Blutkultur-Flaschen bei 37 ºC bebrüten, jedoch keinesfalls länger als 20 Stunden!

Diese Abstriche dienen unter anderem der Diagnose des durch Bordetella pertussis/ Bordetella parapertussis verursachten Keuchhustens. Ein Direktnachweis mittels PCR ist zu Beginn der Infektion am erfolgreichsten. Nach Einsetzen der Hustenphase sollte hingegen ein serologischer Antikörper-Nachweis durchgeführt werden.
Bei der Probenentnahme ist der Tupfer flach und ohne Berührung der Schleimhaut durch den unteren Nasengang des Patienten vor bis zur Rachenhinterwand zu führen, dann mehrmals zu drehen, wieder herauszuziehen und in das Medium mit NaCL einzubringen.
Achtung: Zur Probengewinnung bitte nur spezielle Tupfer für PCR-Analysen und Kochsalzlösung und nicht die Aluminiumtupfer oder Gel-Abstrichsysteme für mikrobiologische Untersuchungen verwenden! (Anforderung der PCR-Tupfer unter www.gflid.de)
Probenlagerung: Das Material sollte sofort versendet werden. Ist ein schneller Versand in Ausnahmefällen nicht möglich, muss die Probe bei 2-8°C gelagert werden.

Probe unter streng aseptischen Bedingungen gewinnen und in ein steriles Röhrchen überführen. Gut verschließen!
Probenlagerung: Probe in sterilem Röhrchen möglichst schnell ins Labor; eventuell durch Boten! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.

Bei Verdacht auf Anaerobier einen Teil der aspirierten Probe zusätzlich in Blutkultur-Flaschen einimpfen!
Weitere Informationen finden Sie unter "Blut" oder in unserem Untersuchungsprogramm unter Untersuchung von Blutkulturen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor, eventuell mit Boten! Blutkultur-Flaschen bei Raumtemperatur lagern, jedoch keinesfalls länger als 40 Stunden!

Bei der Probenentnahme sollten Wangenschleimhaut und Zunge nicht berührt werden. Den Tupfer anschließend in das halbfeste Transportmedium einbringen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.

Abstrichtupfer bis hinter den Schließmuskel, ca. 5 cm in Rektum einführen und mehrfach drehen. Anschließend Tupfer in das Transportmedium eindrücken.
Das Ergebnis ist aufgrund geringerer Keimzahl unsicherer als bei Stuhl-Proben. Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Stuhl-Diagnostik.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.

Sputum als Sekret der Atemwege gelangt beim Husten in den Rachen und sieht meist eitrig aus. Sputum kann im Regelfall morgens leichter produziert werden. Speichel aus dem Mundbereich ist zur Untersuchung ungeeignet!
Vor dem Abhusten sollte mehrmals tief eingeatmet und der Atem für jeweils ca. 3-5 Sek. angehalten werden, da die Atemarbeit die Lunge entfaltet und zur Sputumproduktion anregt. Nach erneutem tiefem Einatmen Probe in das geöffnete Sputumgefäß abhusten. Dieser Vorgang ist möglichst zu wiederholen, um eine ausreichend große Probenmenge zu erhalten.
Kann spontan kein Sputum aus der Tiefe produziert werden, lässt sich durch Inhalation von ca. 25 ml steriler hyperosmolarer NaCl-Lösung (3%) mittels Ultraschallvernebler die Sekretion in den Atemwegen anregen und auf diese Weise ein induziertes Sputum gewinnen.
Für die Untersuchung auf Mykobakterien empfiehlt es sich, Proben an drei aufeinander folgenden Tagen einzusenden. Wegen der Gefahr der Kontamination des Untersuchungsgutes mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien sollte vor der Sputum-Gewinnung keine Mundspülung erfolgen.
Achtung: Nur dicht schließende, sterile Transportgefäße mit Schraubverschluss versenden!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Pneumonien/Atemwegs-Infektionen.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten kühl bei 4 ºC lagern.

Stuhl in das mit Papier ausgelegte Toilettenbecken oder in ein sauberes Gefäß absetzen. Eine haselnussgroße Menge mit Hilfe des zum Stuhl-Röhrchen gehörenden Löffelchens (im Deckel des Transport-Röhrchens) entnehmen, ins Transport-Röhrchen überführen und fest verschließen. Bei flüssigem Stuhl 1-5 ml Probe gewinnen.
Es empfiehlt sich bei einer Stuhl-Untersuchung, Proben von drei aufeinander folgenden Tagen zu gewinnen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Stuhl-Diagnostik.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten kühl bei 4 ºC lagern.

Abstrichtupfer 2-4 cm in die Urethra einführen und unter leichtem Druck drehen, um Epithelzellen zu lösen. Bitte beachten, dass nicht direkt vor der Abstrich-Entnahme eine Blasenentleerung erfolgt ist.
Zum Nachweis von Urogenital-Mycoplasmen oder Chlamydien sind spezielle Transportmedien erforderlich!
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.
Achtung: Zum Nachweis von Trichomonaden muss die Untersuchung am Tag der Probengewinnung erfolgen: Keine Lagerung!

Mittelstrahl-Urin (nativ):
Genitalien zuvor sorgfältig mit Wasser und Seife reinigen; zur Probenentnahme beim Mann die Vorhaut zurückstreifen; bei der Frau die Labien gespreizt halten. Erste Urinportion in die Toilette ablaufen lassen, dann - ohne Harnstrahl zu unterbrechen - ca. 5-10 ml Mittelstrahl-Urin in einem sterilen Gefäß auffangen.
Katheter-Urin (nativ):
Nur Einmalkatheter verwenden und Urinprobe aus möglichst frisch gelegtem Katheter gewinnen. Bei Dauerkathetern den Urin nicht aus Sammelbeutel entnehmen, sondern den proximalen Teil des desinfizierten Katheters punktieren.
Blasenpunktions-Urin (nativ):
Durch suprapubische Aspiration gewonnener Urin bietet optimale Voraussetzung für die Diagnostik von Harnwegsinfektionen. Jede gefundene Keimzahl kann
in der Regel als pathologisch angesehen werden.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Urin-Diagnostik.
Probenlagerung: Alle nativen Urinproben möglichst schnell ins Labor!
Ansonsten Urin kühl bei 4 ºC lagern.

Für die Untersuchung auf säurefeste Stäbchen mindestens 20 ml (!) Morgenurin des Patienten gewinnen. Abends zuvor die Flüssigkeitszufuhr einschränken! Bei einer Untersuchung auf Mykobakterien empfiehlt es sich, Proben von drei aufeinander folgenden Tagen einzusenden.
Achtung: Nur dicht schließende, sterile Transportgefäße mit Schraubverschluss versenden!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Tuberkulose-Diagnostik.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten nativen Urin
kühl bei 4 ºC lagern.

Urin in einem sterilen Gefäß sammeln und das Tauchmedium vollständig eintauchen/ benetzen. Anschließend das Tauchmedium abtropfen lassen und
gut verschlossen ins Labor senden. Bei nicht vollständig benetztem Urin-Tauchmedium ist eine Keimzahlbestimmung nicht sicher möglich!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Untersuchungsprogramm unter Urin-Diagnostik.
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Urin-Tauchmedien bei Raumtemperatur lagern, eventuell bei 37 ºC bebrüten.

Mit einem Abstrichtupfer genügend Material aus der Tiefe der Wunde entnehmen und diesen anschließend in das halbfeste Transportmedium einbringen. Bei Abszessen empfiehlt es sich, Eiter oder Exsudat mit einer Spritze zu aspirieren und in ein steriles Röhrchen zu überführen. Bitte gut verschließen!
Probenlagerung: Probe möglichst schnell ins Labor! Ansonsten bei Raumtemperatur lagern.

Rückfragen Mikrobiologie

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Tel: (0231) 9572-5100
Fax: (0231) 553462
mikro@labmed.de

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